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Yoga-Konzepte

Ideen und Konzepte, was Yoga ist und was Yoga nicht ist, gibt es viele. Dies reicht von schroffer Ablehnung durch atheistische Nihilisten oder christliche Fundamentalisten ( wozu auch der dänische Missionar und Religionswissenschaftler Prof. Aagard mit seiner These „Yoga als Sterbekunst alter Männer“ gehört) bis zur schwärmerischen Anbetung hinduistischer Götter und dem absurden Versuch, mit imitierten Ritualen eine Art selektiven Wohlfühl-Hinduismus (light) zu praktizieren.

Zwischen diesen beiden Polen existieren im Grunde alle denkbaren Ansätze und Praktiken: Yoga des Herzens, Yoga der liebenden Hingabe, Yoga des reinen Verstandes, Yoga der Arbeit ohne Gegenleistung (zu erwarten) und – natürlich - Yoga der schweißtreibenden Anstrengung. Letzteres Wort ist (neben Zwang, Gewalt und Notwendigkeit) die Übersetzung von Hatha, der mit Abstand populärsten Form des Yoga, was oft durch den schöngefärbten esoterischen Mythos von der Sonne-Mond-Vereinigung ersetzt wird. Die Übersetzung von Hatha mit Sonne für ha und Mond für tha ist jedoch unzutreffend: Die Sanskritsilbe ha bedeutet „ja, eben, gerade; tötend, vernichtend“ und tha bedeutet „poltern“. Zudem bleibt die Frage, welchen Sinn diese bildhafte Symbolik macht: Sonne und Mond, nach Ausgleich und Vereinigung strebend? Welche Folgen hätte solch eine Vereinigung für den Kosmos? Und was würde nach einer Verschmelzung von Mond und Sonne mit der Erde geschehen?

Was Yoga wirklich ist oder sein kann für jeden einzelnen, das lässt sich nur durch eigene Erfahrung und kritisches Überprüfen von Angeboten feststellen.
  • Wer oberflächliches "Workout" oder "Bodyforming" sucht, wird dies unter dem Stichwort "Yoga" finden.

  • Wer eine Ersatzfamilie und einen Religionsersatz sucht, kann dies ebenfalls unter dem Stichwort "Yoga" finden.

  • Und wer eine ( im Grunde ) alles umfassende Lebensweise mit ethischen Richtlinien, Atem- und Körperübungen sowie Ruhe, Konzentration und Meditationspraxis sucht, wird auch dies unter dem Stichwort „Yoga“ finden können.

Wichtig ist (mir zumindest), sich über Wesen und Erscheinung klar zu sein sowie Ansprüche und Wirklichkeit zu vergleichen, was mit dem Sanskritwort VIVEKA ausgedrückt wird: Gemeint ist die (analytische ) Fähigkeit, zwischen wahr und unwahr, zwischen beständig und flüchtig, zwischen aufgesetzt und authentisch, zwischen Nutzlosem und Nützlichem, zwischen Yoga und Yogakonzepten zu unterscheiden.

© Mathias Tietke, 2006
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